Klassische Engelsaugen (Husarenkrapferl): Das beste Rezept
Stell dir vor, du beißt in einen Keks, der auf der Zunge zerfällt, während der fruchtige Kern perfekt geliert ist und glänzt wie ein kleiner Rubin. Genau so müssen Engelsaugen schmecken. Lange Zeit haben mich diese Plätzchen allerdings in den Wahnsinn getrieben, weil die Marmelade im Ofen Blasen warf, überlief oder den Puderzucker in eine klebrige Masse verwandelte.
Nach unzähligen Blechen habe ich die Lösung gefunden. Es liegt nicht nur am Teig, sondern an der Physik der Marmelade und einem simplen Trick mit Puderzucker. Wenn du die Konfitüre vorher kurz aufkochst und die Teigkugeln vor dem Füllen zuckerst, bleiben sie makellos. Diese Husarenkrapferl sehen aus wie vom Konditor und schmecken durch das feine Vanillearoma einfach himmlisch.
Warum dieses Rezept für Husarenkrapferl garantiert gelingt
Das größte Problem bei klassischen Engelsaugen ist die Feuchtigkeit in der Marmelade. Im heißen Ofen fängt sie an zu kochen, dehnt sich aus und läuft über den Rand. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern macht den Keks auch weich.
Durch das vorherige Aufkochen der Marmelade entziehen wir ihr überschüssiges Wasser. Sie wird dickflüssiger und stabiler. Der Puderzucker, in dem wir die Rohlinge wälzen, bildet zudem eine schützende Barriere. Er versiegelt die Oberfläche des Teigs, sodass die Fruchtfüllung nicht einsickern kann.
Zutaten für die perfekten Engelsaugen
Für ein optimales Ergebnis solltest du auf hochwertige Grundzutaten setzen. Besonders die Temperatur der Butter spielt eine entscheidende Rolle für die Textur des Mürbeteigs.
250 g Mehl (Type 405) 150 g kalte Butter in Würfeln 100 g Zucker 2 Eigelb (Größe M) 1 Prise Salz 1 Teelöffel Vanilleextrakt 100 g rote Johannisbeermarmelade oder Himbeerkonfitüre (fein passiert) Zusätzlicher Puderzucker zum Wälzen

Achte darauf, dass die Marmelade keine Kerne oder Stücke enthält. Eine glatte Textur sorgt für diesen spiegelglatten Glanz, den wir bei Husarenkrapferl so lieben.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So backst du Husarenkrapferl
1. Den Mürbeteig richtig zubereiten und kühlen
Vermenge Mehl, Zucker, Salz, Vanille und Eigelb mit den kalten Butterwürfeln. Knete den Teig zügig mit den Händen oder den Knethaken. Es ist wichtig, dass die Butter nicht zu warm wird, da der Teig sonst „brandig“ wird und im Ofen seine Form verliert.
Sobald ein glatter Kloß entstanden ist, wickelst du ihn in Folie. Lass den Teig für mindestens 60 Minuten im Kühlschrank ruhen. Diese Ruhephase entspannt das Klebereiweiß im Mehl und sorgt dafür, dass die Kekse später wunderbar mürbe sind.
2. Formen und der Puderzucker-Trick
Heize den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor. Forme aus dem kalten Teig kleine Kugeln von etwa 2 Zentimetern Durchmesser. Wälze jede Kugel sofort in einer Schale mit reichlich Puderzucker, bis sie komplett weiß ist.
Setze die Kugeln auf ein Backblech und drücke mit einem bemehlten Kochlöffelstiel vorsichtig eine Vertiefung hinein. Falls der Rand leicht reißt, kannst du ihn einfach mit den Fingern wieder zusammendrücken. Der Zucker sorgt dafür, dass die Oberfläche beim Backen eine feine Kruste bildet.
3. Die Füllung: Marmelade kochen statt nur einfüllen
Gib die Marmelade in einen kleinen Topf und lass sie unter Rühren kurz aufwallen. Durch das Erhitzen wird sie flüssig genug, um sie präzise zu portionieren, und verliert gleichzeitig die Feuchtigkeit, die sonst den Keks aufweichen würde.
Fülle die heiße Marmelade mit einem Teelöffel oder einem Spritzbeutel in die Vertiefungen. Du wirst sehen, dass der Puderzucker die Marmelade wie eine Versiegelung an Ort und Stelle hält. Nichts verläuft, nichts verschmiert.
4. Backzeit und das Geheimnis des perfekten Glanzes
Schiebe das Blech für 10 bis 12 Minuten auf die mittlere Schiene. Die Engelsaugen sollten hellgelb bleiben und nicht zu dunkel werden. Nimm sie heraus, auch wenn sie sich noch leicht weich anfühlen.
Lass die Kekse unbedingt auf dem Blech vollständig auskühlen. Während die Temperatur sinkt, geliert die Marmelade nach und bekommt diesen typischen, glasigen Glanz. Erst wenn sie kalt sind, sind sie stabil genug, um in die Keksdose zu wandern.
Profi-Tipps für variierte Engelsaugen
Wenn du Abwechslung liebst, kannst du den Teig variieren. Ersetze 50 g Mehl durch gemahlene Haselnüsse oder Mandeln für ein nussiges Aroma. Das passt hervorragend zur klassischen roten Füllung.
Für eine exotische Variante eignet sich Lemon Curd als Füllung. Da Lemon Curd jedoch empfindlicher auf Hitze reagiert, solltest du es erst nach dem Backen in die Vertiefungen füllen. Auch ein Klecks Nougat, den du nach dem Backen vorsichtig schmilzt und einfüllst, macht aus den Husarenkrapferl eine edle Praline.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum läuft meine Marmelade bei Engelsaugen immer aus?
Das passiert meistens, wenn die Marmelade zu viel Wasser enthält oder direkt aus dem Glas in den Keks gefüllt wird. Durch das kurze Aufkochen im Topf wird die Konfitüre konzentrierter und dickflüssiger. Zudem verhindert der Puderzucker-Mantel auf dem Teig, dass die Marmelade in die Poren des Kekses einsickert und dort beim Backen anfängt zu sprudeln.
Wie bewahre ich Husarenkrapferl am besten auf?
Lagere die Engelsaugen in einer gut schließenden Blechdose. Lege zwischen die einzelnen Lagen am besten eine Schicht Backpapier, damit die Marmelade der oberen Kekse nicht am Boden der unteren kleben bleibt. An einem kühlen, trockenen Ort halten sie sich problemlos drei bis vier Wochen und bleiben dabei wunderbar mürbe.
Klassische Engelsaugen (Husarenkrapferl)
Gang: BackenKüche: Deutsche KücheSchwierigkeit: easy4
40 Stück20
Minuten12
Minuten92
MinutenDeutsche Küche
Ingredients
250 g Mehl (Type 405)
150 g kalte Butter in Würfeln
100 g Zucker
2 Eigelb (Größe M)
1 Prise Salz
1 Teelöffel Vanilleextrakt
100 g rote Johannisbeermarmelade oder Himbeerkonfitüre (fein passiert)
Zusätzlicher Puderzucker zum Wälzen
Directions
- Teig herstellen: Vermengen Sie Mehl, Zucker, Salz, Vanilleextrakt, Eigelb und die kalten Butterwürfel zügig zu einem glatten Mürbeteig. Kneten Sie nur so lange wie nötig, damit der Teig nicht brandig wird. Wickeln Sie den Teig in Folie und lassen Sie ihn für mindestens 60 Minuten im Kühlschrank ruhen. Dies ist essenziell, damit die Kekse im Ofen ihre Form behalten.
- Vorbereiten: Heizen Sie den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor. Legen Sie ein Backblech mit Backpapier aus.
- Formen und Wälzen: Formen Sie aus dem kalten Teig kleine Kugeln von etwa 2 Zentimetern Durchmesser. Geben Sie reichlich Puderzucker in eine flache Schale. Wälzen Sie jede Teigkugel großzügig im Puderzucker, bis sie rundherum weiß bedeckt ist. Setzen Sie die Kugeln mit etwas Abstand auf das Blech.
- Die Vertiefung: Drücken Sie mit dem bemehlten Stiel eines Kochlöffels oder dem Daumen vorsichtig eine tiefe Vertiefung in jede Kugel. Sollte der Rand leicht einreißen, drücken Sie ihn sanft wieder zusammen.
- Die Füll-Technik: Geben Sie die Marmelade in einen kleinen Topf und lassen Sie sie unter Rühren kurz aufkochen. Dies entzieht überschüssige Feuchtigkeit und verhindert das spätere Aufsprudeln im Ofen. Füllen Sie die heiße, flüssige Marmelade mithilfe eines Teelöffels oder eines Spritzbeutels vorsichtig in die Vertiefungen der gezuckerten Rohlinge. Der Puderzucker dient hierbei als Barriere und verhindert, dass die Marmelade in den Teig einzieht.
- Backen: Backen Sie die Engelsaugen für etwa 10 bis 12 Minuten auf mittlerer Schiene, bis sie fest, aber noch hellgelb sind.
- Abkühlen: Lassen Sie die Kekse vollständig auf dem Blech abkühlen. Die Marmelade geliert beim Erkalten nach und erhält den perfekten, glasigen Glanz, während der Puderzucker strahlend weiß bleibt.
Notes
- Die Ruhezeit des Teigs von mindestens 60 Minuten ist essenziell für die Formstabilität. Das Aufkochen der Marmelade entzieht Feuchtigkeit und verhindert das Aufsprudeln im Ofen.








